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Expositur | ein virtueller Wissensraum 2001 das raumlos und zeitreisend rekonstruiert und dekonstruiert, und das ohne Museumspaläste bauen zu müssen, Wissenskathedralen, Flohmärkte der Erfahrung und Fundgruben der Erinnerung errichtet.
2. Mai - 21 Jun i2001. Interaktive Installation, Teil des Projektes:
Beteiligte Museen: Naturhistorisches Museum Wien (Ernst Mikschi), Jüdisches Museum Wien (Werner Hanak), Technisches Museum Wien (Hubert Weitensfelder), Österreichisches Museum für Volkskunde (Kathrin Pallestrang), Historisches Museum der Stadt Wien (Rolf Laven), Heeresgeschichtliches Museum im Arsenal (Manfried Rauchensteiner), Museum für Völkerkunde (Axel Steinmann), Sigmund Freud-Museum (Alexandre Métraux), Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Rainer Fuchs), Öster. Theatermuseum (Agnes Pistorius).
credits & support
ein Projekt von fuchs-eckermann (Sylvia Eckermann, Mathias Fuchs) UNREAL scripting: Christopher Lindinger
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english version |
Expositur | a virtual knowledge space
Irgendwo im Saal der Ichtyologischen Sammlung des Naturhistorischen Museums liegt eine versteckte und geheime Tür, die zu einem weitverzweigten unterirdischen Wegesystem führt. Dieses Wegesystem, das kein Mensch je betreten hat, besteht aus subterrestrischen Passagen, aus frei schwebenden Stiegenhäusern, aus Treppen, die aus plutonischem Gebirgsgestein gehauen sind und verbindet als intramuseales Myzel 10 Museen. Das Wegesystem leitet weiter zu den großen Museen in anderen Städten, zu einem intergalaktischen Datenraum und zu etlichen Wunderkammern des 16. Und 17. Jahrhunderts. Im virtuellen Wissensraum von fuchs-eckermann wird ein kosmo-elektrischer Wissensraum vorgestellt, der als Computerspiel eine Schnittstelle zwischen Wissensreservoirs, Sammlungen, Konzepten und Vermutungen implementiert.
Themenketten, die der klevere Museumsgänger denken, aber nicht betrachten kann, werden im vituellen Wissensraum sichtbar und hörbar gemacht: Technologie > Prothesen > Prothesengott > Zyklamentraum > Pflanzensymbolik > Blumenornamente > Lastwagenbemalung > Pakistan > Orient > Orientalismus.
Wie im Traum reiht sich im virtuellen Wissens[t]raum ein Motiv an das andere und beschreibt damit inhaltlich, logische Ketten, die traditionelle Sachbereichsgrenzen durchschneiden: Von der Technik und dem Technischen Museum gelangt man zur Psychoanalyse und dem Sigmund Freud Museum, weiter zur Volkskunst, dem Volkskundemuseum, dem Völkerkundemuseum, der Malereigeschichte,...
Der virtuelle Wissensraum stellt also ein immaterielles "Département diagonal" dar, das Wissensgebiete verknüpft, das raumlos und zeitreisend rekonstruiert und dekonstruiert, und das ohne Museumspaläste bauen zu müssen, Wissenskathedralen, Flohmärkte der Erfahrung und Fundgruben der Erinnerung errichtet. Der Gang durch diese Märkte, Hallen und Gruben wird ein Erkundungsverhalten erfordern, das dem bedächtigen Schritt des Museumstouristen entgegensteht: Man wird springen müssen wie Super Mario, laufen wie Lara Croft und stets beweglich bleiben wie Pacman.

Expositur | ein virtueller Wissensraum, Installationsansicht Wien. Ausstellungsarchitektur: the nextENTERprise - architects (e.j.fuchs - mth.harnoncourt)
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Expositur | ein virtueller Wissensraum, screenshots |